
Wenn Versicherung persönlich wird.
Versicherungsvermittler sind in Notsituationen vor allem eins: Da.
„Ich weiß, ich kann mich auf ihn verlassen“, ist sich Jasmin T. sicher. Für die junge Frau ist das persönliche Vertrauensverhältnis zu ihrem Versicherungsberater ein entscheidendes Kriterium – wie für viele Bundesbürger. Kein Wunder, sind es doch meistens Notsituationen, in denen sich Versicherte an ihren Vermittler wenden. Dann ist schnelle und unkomplizierte Hilfe wichtig. Jasmin T. machte diese Erfahrung, als sie in ihrer ersten Studentenwohnung Opfer eines Einbruchs wurde. „Mein Versicherungsvermittler war einer der ersten, die ich angerufen habe, nachdem ich mit der Polizei gesprochen hatte“, erzählt die Juristin. Gute Erfahrungen hat auch Daniel Z. aus Euskirchen gemacht: „Mein Vermittler ist für mich eine Bezugsperson, die ich in Notfällen anrufen kann. Und er hat mir jedes Mal geholfen.“
Ansprechpartner Nummer eins
Doch Versicherungsvermittler stehen ihren Kunden nicht nur in Ausnahmesituationen zur Seite, sondern sind Berater in allen Lebenslagen. Bundesweit gewährleisten mehr als 260.000 Versicherungsvermittler eine persönliche und individuelle Betreuung vor Ort. Sie übernehmen Verantwortung für die finanzielle Absicherung der Kunden. Daher geht es vielen Frauen und Männern so wie Jasmin T.: Ihr Vermittler hat sich über die Jahre zu einer Vertrauensperson entwickelt, die ihr den Weg durch den „Versicherungsdschungel“ bahnt. Einer diesjährig durchgeführten repräsentativen Infratest-Umfrage zufolge wenden sich mehr als 70 Prozent der Deutschen in erster Linie an ihren Versicherungsexperten, wenn sie Informationen zu Versicherungen benötigen. Damit sind Vermittler die wichtigste Informationsquelle, noch vor Freunden und Familienangehörigen oder dem Internet.
Fachleute mit Verantwortung
Basis des Vertrauens und einer individuellen Betreuung ist die Expertise der Vermittler. An deren Qualifikation wurden in den letzten Jahren immer höhere Anforderungen gestellt. Ihr „Handwerk“ erlernen Vermittler heute im Rahmen einer dualen Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen. Der betriebliche Teil der dreijährigen Ausbildung kann in der Zentrale eines Versicherungsunternehmens, in einer Agentur oder bei einem Makler absolviert werden. Neben dieser klassischen dualen Ausbildung führt ein zweiter Weg in die Vermittlertätigkeit: der Quereinstieg. Zur Vorbereitung auf die erforderliche Sachkundeprüfung werden eine kompakte, drei- bis viermonatige Ausbildung zum/zur geprüften Versicherungsfachmann/-frau (IHK) mit einem hohen Selbstlernanteil angeboten oder alternativ eine sechsmonatige Präsenzausbildung. Die Qualifikationsanforderungen sind also hoch. Zuletzt fiel jeder vierte Kandidat bei der Sachkundeprüfung durch.
Eine erfolgreiche Sachkundeprüfung ist Voraussetzung dafür, selbständig Versicherungen verkaufen zu dürfen, denn die Versicherungsvermittlung ist ein erlaubnispflichtiges Gewerbe. Jeder braucht daher eine Erlaubnis der Industrie- und Handelskammer (IHK). Und die ist neben der erfolgreichen IHK-Sachkundeprüfung auch an einen Eintrag ins Vermittlerregister der IHK gebunden. Zudem muss man eine Berufshaftpflichtversicherung vorweisen können, da Vermittler zum Schutz der Versicherten für eine Falschberatung haftbar gemacht werden können.
Vorgaben für Vermittler werden zum Maßstab
Die Zeiten, als fast jeder Versicherungsvermittler werden konnte, sind also längst passé. Doch nicht nur das „Wer“, auch das „Wie“ ist reguliert. Mit der Informationspflichtenverordnung, der umgesetzten EU-Vermittlerrichtlinie und der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes sind die gesetzlichen Regeln für Beratungs- und Vermittlergespräche im letzten Jahrzehnt sehr viel umfangreicher geworden. Die Vorgaben in punkto Beratung, Information und Dokumentation in der Versicherungsvermittlung setzen mittlerweile sogar Maßstäbe für die Regulierung anderer Finanzbranchen.
