
20.05.2011 Kempten im Allgäu – „Freid, Humor und Kässpatzen“
Acht Stunden dauert´s von Berlin bis zum südlichsten Zipfel Deutschlands. Das ist nicht nur ein Mords-Ritt, sowohl für unseren 45 Jahre alten Bus als auch für uns selbst, sondern auch ein echter Klimawechsel. Der Kemptener hat die Ruhe weg. Der Postbote fährt hier nicht mit dem Rad, sondern spaziert gemächlich. Die Fußgängerzone wirkt wie aus dem Heimaturlaub-Prospekt und ist so sauber, als wäre hier jeden Tag Kehrwoche. Und nebenan im Park sprießt das Gras so saftig, dass man sich glatt reinlegen muss, um es auf Echtheit zu testen.
Auf dem Bauernmarkt beginnt der Tag um 10 Uhr mit Allgäuer Urquell und „heißem Bergsteiger“ aus Fleisch von – no freili! – sehr glücklichen Schweinen. Nebenan gibt es „gekochtes Wammerl“ und „gehobelte Kässpatzen“. Wir fragen nicht, sondern probieren einfach. Sauguat. Ecken und Kanten scheint es hier irgendwie nicht zu geben. Und es scheint auch nie irgendwas zu Bruch zu gehen. Nur dem Dirndl-Madl fällt schließlich doch eine zerbrochene Scheibe auf einer WG-Party ein. Gott sei Dank!
Wir verlassen diese Bilderbuchwelt durch einen langen, dunklen Tunnel. Am Ende wartet gleißendes Licht. Die Erleuchtung? In Sachen Gemütlichkeit ist hier auf jeden Fall manchem von uns ein Licht aufgegangen.
